Mulchen

Von Natur aus gibt es keine kahlen Böden - nur in der Wüste. Diesem sollten wir Rechnung tragen, wir mulchen.

Mulchen ist das Abdecken des kahlen Bodens mit organischem Material. Die Natur bedeckt den Boden, wo immer es möglich ist, mit einem Mantel schützender Pflanzen oder im Wald mit Laub, Nadeln und Reisig.

1. Die Vorteile des Mulchens

  • Die Mulchdecke schützt die Kulturböden vor physikalischen Einwirkungen wie z.B. extreme Witterungseinflüsse, starke Winde, schädigendes Austrocknen, Rissbildung und Verkrustung, Erdabtrag (Erosion).

  • Sie gibt Schutz vor übermäßiger Erhitzung der Bodenoberfläche durch Sonneneinstrahlung sowie vor Verschlämmen und Wegspülen als Folge mächtiger Niederschläge.

  • Gemulchte Böden zeigen nicht nur eine ausgeglichene Temperatur im Tagesverlauf sondern auch weniger Frosttage und geringere Frosttiefen als Vergleichsflächen. Wir haben in der Jahresbilanz einen größeren Aktionszeitraum für unsere Bodenlebewesen, somit bessere Umsetzungsvorgänge im Boden, Humusbildung und die Stabilisierung der Bodenfruchtbarkeit.

  • Mulchschichten sind eine vortreffliche Nährdecke für alle Bodenlebewesen, die in Wechselbeziehung zu den Pflanzen stehen. Es werden die Bedürfnisse nach Nahrung, Wasser, Wärme und Luft in vortrefflicher Weise erfüllt. Die so intensivierte Bodenaktivität ist die Grundlage des angestrebten Idealzustandes, der Bodengare.
  • Durch verminderte Verdunstung hilft die Mulchdecke Wasser zu sparen.

  • Die Mulchdecke unterdrückt vor allem Samenunkräuter weitgehend und bringt deshalb wesentliche Arbeitseinsparungen in der Kulturpflege. Wesentlich gemindert wird auch die unkrautbedingte Wasser- und Nährstoffkonkurrenz.

  • Weil im Mulchgarten keine Bodenbearbeitung erfolgt, wird das empfindliche Feinwurzelsystem der Kulturpflanzen nicht durch mechanische Verletzungen zerstört.

  • Der Unkrautwuchs ist von der Mulchdecke abhängig. Ohne Mulch bewächst das Unkraut den Boden zu 100%. Schon eine Mulchdecke von 3 cm verringert den Unkrautbewuchs auf nur 22%. Eine Mulchdecke von 5 cm mindert auf bis zu 10% und von 7 cm auf bis zu 8% Unkrautbewuchs.

Mulchen mit organischen Materialien ist durch die vollbiologische Leistungsübertragung zum Schutz und zur Ernährung des Bodens in idealer Weise gegeben. So können mit dieser Methode selbst auf höchst unfruchtbaren Böden blühende und ertragreiche Gärten entstehen.

Auch Kompost vermag nicht die Bodenleistungen zu erbringen, wie sie durch Mulchen mit frischen lebendigen Materialien erreichbar sind. Vorreiter für gärtnerisches Mulchen ist der Nutzgarten, aber auch Staudenbeete und Ziergehölzanpflanzungen lassen sich mit Erfolg mulchen.

2. Die Verfahrensweise beim Mulchen

Für die Mulchdecke empfehlen wir, möglichst immer zerkleinert:

  • Ernterückstände und Gründüngungspflanzen,
  • samenlose Unkräuter,
  • Wiesenschnitt, Heu, Stroh,
  • Laub,
  • Schnittholz und Staudenreste,
  • Rindenmulch,
  • auch Sägemehl und Sägemehl-Pferdemist-Gemisch,
  • ebenso Einstreu eignet sich hervorragend,
  • besonders gern und vorteilhaft wird organisches, geschreddertes Gartenmaterial, vielfältig zusammengesetzt, zum Mulchen genutzt.

Je lebendiger der Gartenboden, desto schneller geht der Abbau der Mulchdecke vonstatten, bis schließlich nur noch ein dünner Humusschleier übrig bleibt.

3. Erfahrungen mit den Wirkungsmechanismen des Mulchverfahrens

Unmittelbar nach der Mulchauflage beginnen schichtenabhängig die Abbauprozesse.

Obwohl die Mulchoberfläche äußeren Einwirkungen von Sonne, Wind und Regen am stärksten ausgesetzt ist, bleibt hier die Struktur der vorgemischten Masse zunächst weitgehend unverändert, als wenig verrottende Schutzschicht, erhalten.

Lediglich die feineren Teile werden in untere Schichten verlagert. Dagegen setzt sofort in der Berührungszone zwischen Boden und Mulch, vor allem in der warmen Jahreshälfte, die intensive Lebenstätigkeit mannigfaltiger Mikrobenpopulationen ein, wobei zunächst Pilze überwiegen.

Die mikrobielle Verbauung wirkt je nach Bodenart und Mulchmaterial in den zellärmeren Oberboden mehr oder minder schnell hinein, so dass die abbauaktive Zone teils aus der Unterschicht und teils aus dem Oberboden besteht. Das ist deutlich erkennbar an der Ausbildung von Krümeln, Hohlräumen und anhaltender Feuchte, auch bei längerer Trockenheit.

Die Umwandlung der nährstoffreichen organischen Substanz kommt nur durch Kontakt mit Mikroben und Mineralien zustande. Durch die gebildeten Hohlräume ist ein großzügiger Gasstoffwechsel möglich und das bodenbürtige Kohlendioxid wird im erdnahen Raum direkt den Kulturpflanzen zur Düngung angeboten und über die Spaltöffnungen an den Unterseiten der Blätter aufgenommen.

4. Wie geschieht der Abbauprozess beim Mulchen?

Die Verarbeitung organischer Substanz durch die Mikroorganismen erfolgt in sogenannten ,,Arbeitsgruppen’’ .

Jede Art beschränkt sich auf einen Anteil im Abbauprozess. Das Ganze ist also keine willkürliche Auflösung von Strukturen, sondern vollzieht sich in sinnvoller Ordnung. Die Zusammensetzung der ,,Verwertungs-gesellschaft’’ wird dabei vom Stoffangebot gesteuert. Ist die Versorgung unserer Kulturböden mit organischen Materialien reich und vor allem vielseitig, können wir auch eine arten- und individuenreiche Mikrobenaktivität erwarten.

Die Zahl der Kleinlebewesen wächst, und es kommt zu Kolonienbildung mit gewaltigen Zellvermehrungen. Wir sprechen von mikrobieller Bodengare oder Zellgare.

Diese Bodengare ist vergänglich, soweit sie aus Mikrobenkörpern besteht, die nach Abbau der Kohlenstoffverbindungen absterben. Körpersubstanzen und Rückstände aus der Tätigkeit der Kleinlebewesen verkleben mit Bodenteilchen und bilden die nunmehr sichtbaren Bodenkrümel. Die obere Schicht des Mutterbodens wird grobporig und luftdurchlässig für die rege Mikrobentätigkeit.

Zum schnellen Mulchabbau hat sich in der Praxis eine Schicht Oscorna-Kompostbeschleuniger - auf die Mulchdecke gestreut - bewährt. Es erfolgt unmittelbar danach eine so rege Tätigkeit der Bodenlebewesen, dass man in kurzer Zeit den Abbau mit erleben kann.

5. Wichtige Ratschläge zur Mulchpraxis

Nun noch einige wichtige Ratschläge zur Mulchpraxis und zur Fehlerabwehr.

Um ein einwandfreies, vollwirksames Mulchen zu gewährleisten, ist folgendes zu beachten:

Ganzjährig ist eine lückenlose Bedeckung der Kulturböden erforderlich.
Gemulchte Flächen müssen wir völlig ungestört belassen.
Gewachsene Unkräuter ziehen wir heraus und lassen diese auf der Mulchdecke liegen.
Kurzgeschnittenes oder geschreddertes Mulchmaterial lässt sich leichter verteilen, der Rotteprozess ist überschaubarer und geht zügig voran. Besonders wenn Oscorna-Kompostbeschleuniger mit eingestreut wird.
Bevor die Rotteschicht aufgebracht wird, sollte der Boden oberflächig mit Ziehhacke oder Sauzahn aufgeraut werden.
Die Mulchschicht ist Schutz und Nährdecke zugleich. Im allgemeinen findet die Pflanze in den organischen Materialien der Mulchschicht im Substanzkreislauf alle Nähr- und Wirkstoffe (in Verbindung mit den Oscorna-Produkten), die sie zum Leben braucht. Die Vorgänge der Stoffnachlieferung, entsprechend dem Wachstumsverlauf, sind im Gleichgewicht, und jede Beeinflussung von außen, z.B. durch Fremdstoffe (Mineraldüngung) stört Gefüge und Abbaumechanismen.
Ergänzend sei erwähnt, dass z. B. durch die Dauerbegrünung und Mulchen im Obstbau ein Weg gefunden wurde, der gefürchteten Obstbaummüdigkeit entgegen zu wirken.

6. Das Mulchverhalten sollte auf die Bodenart abgestimmt werden

Leichte, sandige Böden eignen sich besonders für das Mulchen, denn die Erfolge sind schon nach kurzer Zeit sichtbar. Selbst bei dickeren Auflageschichten kommt es kaum zu unerwünschten Fäulniser-scheinungen.

Werden die Bodenbedeckungen systematisch durchgeführt, erübrigen sich Umgraben und andere schwere Bodenbearbeitungen.

Kombiniert mit Oscorna-Produkten, sind die Bindekräfte dieser leichten Böden wesentlich zu erhöhen. Wichtig ist immer eine gleichmäßige Bedeckung, daraus resultiert ein reges Bodenleben mit verbundener Bodenernährung.

Schwere, tonhaltige Böden verhalten sich etwas schwieriger gegenüber Mulchverfahren mit organischen Materialien. Bodenatmung und Wasserführung sind ungünstig. Späte Erwärmung im Frühjahr verzögert die Bestellung des Gartens.

Jedoch lohnen sich auch hier Aufwand und Mühen. Mit etwas mehr Verständnis sind Verbesserungen der Kulturfähigkeit und Ertragsleistung gut möglich.

In diesem Falle streuen wir ca. 150 g/qm Oscorna- BodenAktivator auf den Oberboden, rauhen ihn mit Ziehhacke oder Sauzahn auf und bedecken ihn nur mit einer ca. 2 cm dicken Mulchschicht. Darauf geben wir etwas Oscorna-Kompostbeschleuniger und Oscorna-Animalin.
Wenn man später die Mulchschicht wieder ergänzen muß, wäre als erstes eine dünne Schicht Oscorna-BodenAktivator und darauf eine ca. 2 cm starke Kompostschicht aufzulegen. Darauf wieder die ca. 2 cm Mulchschicht aufbringen und alles ruhen lassen.

Dies ist eine wirkungsvolle Maßnahme zur schnelleren Belebung weniger tätiger Böden und die Freude am Erfolg wird sichtbar sein.

Mulchmaterialien

Kompost - Grünabfälle - Rasenschnitt - Laub - Unkraut - Rindenprodukte

Nur vom Feinsten

Brennesseln: Hervorragendes Mulchmaterial, das vom Frühjahr bis zum Sommer immer wieder neu geschnitten werden kann. Trägt zur Verbesserung der Humusqualität bei.
Beinwellblätter: Kalihaltiges Spezialmaterial. Besonders gut für Tomaten.
Gemischte Kräuter: Wirken durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe allgemein gesundend auf den Boden und die Pflanzen.
Tomatenblätter: Werden rund um die Tomaten gelegt. Tomaten wachsen damit besonders gut. Tomatenblätter und Geiztriebe zwischen Kohlpflanzen gelegt, tragen zur Abwehr des Kohlweißlings bei.
Kaffeesatz: Eignet sich übrigens besonders gut als Bodenbedeckung für Moorbeetpflanzen wie Azaleen, Rhododendren, Eriken etc.


Weitere Mulchmaterialien

Rindenmulch: Ist häufig gerbsäurehaltig und daher vor allem für Moorbeetpflanzen wie z.B. Rhododendren und Eriken, Heidelbeeren etc. geeignet.
Viel besser geeignet ist schon verrotteter Rindenmulch, sogenannter Rindenhumus.
Halbreifer Kompost: Wirkt sehr anregend auf das Bodenleben in der Humusschicht. Die Kompostschicht wird mit etwas Gras, oder anderen Mulchmaterialien bedeckt, da der Kompost warm und feucht bleiben soll. Das unterstützt die weitere Zersetzung zu Humus.
Laub: Sollte vor allem unter Sträucher und Hecken als natürliche Bodendecke im Herbst liegen.
Rasenschnitt: Sollte nicht dicker als 1-2 cm gemulcht werden, weil er sonst während der Umsetzung eine dichte Schicht bildet. Damit ist der wichtige Luft-Gas-Austausch des Bodens beeinträchtigt. Gras vorher etwas anwelken lassen.
Gründüngung: Sind lebende Pflanzen wie z.B. Senfsaaten, Lupinen, Klee, die zuerst auf diesem Beet als Zwischenfrucht wachsen und später abgemäht werden. Sie bleiben dann auf dem Boden als Mulchschicht liegen.
Bodendecker: Sind niedrig wachsende, ausdauernde Pflanzen, die so dicht zusammen wachsen, dass Unkraut unterdrückt wird. Der Boden bleibt länger feucht und wird vor Witterungseinflüssen geschützt.